Blumenkunst im Kellergewölbe – Jubiläumsausstellung Ikebana

Eröffnung Donnerstag, 12. Juni 2025, 19 Uhr
Ausstellung Freitag, 13. Juni 2025, 10 bis 17.30 Uhr
und Samstag, 14. Juni 2025, 10 bis 16 Uhr

Ikebana, die Kunst des Blumenarrangierens, zählt zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Andererseits hat es als Form der modernen bildenden Kunst Anerkennung gefunden. Ikebana ist eine der traditionellen japanischen Künste – wie die Teezeremonie Sado, die Kalligraphie Shodo oder die Gartenkunst. Sie sind eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden. Die Ikebana-Geschichte reicht bis in die Asuka-Periode (6./7. Jahrhundert) zurück, als in den Tempeln kunstvoll arrangierte Blumen geopfert wurden. Von herkömmlicher westlicher Floristik unterscheidet sich Ikebana vor allem durch die Asymmetrie. Die Harmonie der Gestaltungselemente spielt ebenso eine Rolle wie Farben, Gefäße und die Raumumgebung.

Ikebana – als „Blumen zur Geltung bringen“ übersetzt – ist eine vielseitige Kunst: Sie kann der Meditation dienen und die Kreativität fördern. Sie zeigt die Schönheit der Natur und verwendet auch nicht-pflanzliches Material. Es gibt überlieferte Gestaltungsrichtlinien ebenso wie Arrangements im Freien Stil. Die Größe variiert von Miniaturen bis zu riesigen Installationen auf Bühnen oder im Freien. In Japan wurde Ikebana von Mönchen und Adeligen praktiziert, später in den Grundschulen gelehrt, heute erfreut es Menschen jeder Altersstufe, Religion und Gesellschaftsschicht in aller Welt.

Dazu hat die non-profit-Organisation Ikebana International (I.I.) viel beige tragen. Sie wurde 1956 gegründet, um das Verständnis zwischen den Nationen durch die Kunst des Blumenarrangierens zu fördern. Dem Motto „Friendship through flowers“ folgen derzeit rund 7000 Personen in 44 Ländern. Bei I.I. sind verschiedene Ikebana-Schulen vertreten, deren Mitglieder gemeinsame Aktivitäten veranstalten. Highlights sind die in mehrjährigen Abständen stattfindenden Weltkonferenzen. Das Hauptquartier befindet sich in Tokyo. In Wien besteht seit 1967 eine Gruppe von I.I., anfangs im Rang einer „Study Group“, seit 40 Jahren als „Chapter“. Die Mitglieder treffen sich zu Workshops zu verschiedenen Themen und veranstalten regelmäßig Ausstellungen. Das Vienna Chapter # 223 hat seinen Sitz in der StudioGalerie, Wien 19.

Die älteste Ikebana-Schule, Ikenobo, geht auf Ikenobo Sen-kei zurück, der im 15. Jahrhundert Verwalter im Rokkaku-do Tempel in Kyoto war und als außergewöhnlicher Blumenmeister Bekannheit genoss. Seine Arrangements sollten nicht nur als Weihegabe für Buddha dienen, sondern auch die Zuschauer erfreuen. Seine Nachfolger veranstalteten in der Edo-Zeit (17. Jahrhundert bis 1868) großartige Ausstellungen am Kaiserhof.

1927 gründete Sofu Teshigahara die Sogetsu-Schule. Sie basiert auf der traditionellen Ikebana-Kunst, fördert aber auch den kreativen Freien Stil. Nach Sofus Motto kann Sogetsu-Ikebana „von allen Menschen, immer und über all, mit jedem Material und in jedem Gefäß“ gestaltet werden. Neu war auch ein weltweit einheitlicher Lehrplan.
Ein Jahrzehnt jünger ist die Ichiyo-Schule. Die Geschwister Ichiyo und Meikof Kasuya gründeten sie 1937 in Tokyo. Die Schule ermutigt zur persönlichen Interpretation und Phantasie. Sie will Freude, Gelassenheit und die Beziehung zur Natur vermitteln.

Derzeit gibt es 3000 bis 4000 Ikebana Schulen. Bei der Jubiläumsausstellung werden Arrangements von Sogetsu, Ikenobo und Ichoyo gezeigt.

Helga Maria Wolf

Foto: Vienna Chapter Ikebana International

MADE IN AUSTRIA - SEIT 1949

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